König Alphons verwaltet die Ersparnisse seiner Untertanen. Aber statt
das Geld in die Kasse zu legen, investiert er es in sehr wichtige Dinge
wie Playstations, Kinobillette, Inlineskates und Snowboards. Für so
unwichtige Dinge wie Seife, Zahnbürste oder Gemüse gibt er nichts aus.
Gar nichts. Es kommt, wie es kommen muss. Eines schönen Tages – König
Alphons sitzt gerade mit seiner Königin Ornella beim Mittagstisch –
stürmt der Hofschatzmeister in den Speisesaal und verkündet: »Majestät,
wir haben ein Problem – wir haben kein Geld mehr. Die ganzen tausend Millionen-Millionen sind futsch.« Tausend Millionen-Millionen, das ist
sehr, sehr, sehr, sehr, sehr viel Geld. Ornella fällt auf diese
grauenvolle Mitteilung hin sofort in Ohnmacht, und Alphons verschlägt
es seinen ansonsten so gesunden Appetit. Was umso erstaunlicher ist,
als dass im Teller, wie jeden Mittag, seine Lieblingsspeise liegt:
Spaghetti Carbonara.
Hals über Kopf stürmt er in die königlichen Stallungen und sattelt
seinen Freund Kurt, ein Hochleistungskamel. Zusammen flüchten die
beiden in die weite Welt hinaus. Nach einem langen, scharfen Ritt
kommen sie in den schwarzen Zauberwald. Just als ihnen klar wird, dass
sie sich heillos verirrt haben, erscheint eine rothaarige Fee und
verspricht, ihnen einen Wunsch zu erfüllen. Doch noch bevor der König
etwas sagen kann, wünscht sich Kurt, das Kamel, einen Kuss. Die Fee
hört schlecht und versteht Bus – und was dann geschieht, das verraten
wir hier noch nicht.
Wie es zu dieser Geschichte und der Musik dazu kam:
Aufgrund des Erfolges seiner schweizerdeutschen Fassung von
»Peter und der Wolf« wurde Frank Baumann vom Musikkollegium Winterthur
eingeladen, ein musikalisches Märchen zu entwickeln. Die Geschichte von König
Alphons basiert auf dessen haarsträubenden Erlebnissen, die Baumann vor Jahren
für seine eigenen Kinder als Gutenachtgeschichten erfand. In enger Zusammenarbeit
mit dem Dirigenten André Bellmont schrieb er eine Geschichte, die sich
wunderbar um einige der berühmtesten Werke der Romantik rankt (Giuseppe Verdi,
Nikolai A. Rimski-Korsakow, Michail I. Glinka und George Enescu). Drei Tage vor
der Premiere wurde Frank Baumann dann aber klar, dass das junge Publikum
während der langen symphonischen Passagen eine optische Führung braucht, und so
zeichnete er in einer Nacht-und-Nebel-Aktion 100 Bilder, die hinter dem
Orchester an die Wand gebeamt wurden. Das Publikum war begeistert, und so war
schnell klar: König Alphons und seine wilde Geschichte gehört in ein
Bilderbuch, die Musik unbedingt dazu. So entstand das musikalische Bilderbuch
mit CD. Das Märchen ist für Kinder zwischen vier und sieben Jahren gedacht.